Martinrea Honsel: Strukturteile und Profile für den neuen Mercedes Benz SL

Mit einer nahezu komplett aus Aluminium gefertigten Karosserie geht in diesen Tagen der neue SL von Mercedes Benz an den Start. Im Vergleich zum Stahlchassis des Vorgängers verspricht die Alustruktur eine deutliche Gewichtseinsparung und steht ihm in Sachen Stabilität in nichts nach. Zentrale Elemente dieser Leichtbau-Karosserie sind die gegossenen Längsträger sowie Schweller- und Boden-Profile von Martinrea Honsel.


Martinrea Honsel-Komponenten in der Karosserie des SL in blau.
Quelle: Daimler AG

Mit einer Abmessung von jeweils circa 1120 mm x 585 mm x 360 mm stellen die Längsträger von Martinrea Honsel ein zentrales Element im Bereich des Hinterwagens des neuen SL-Models dar. Trotz der großen Abmaße wiegt jedes Bauteil gerade einmal 14 kg. Um den hohen Crashanforderungen gerecht zu werden, müssen die Gusskomponenten eine besonders hohe Duktilität aufweisen.

Die im Fahrzeug links und rechts verbauten Längsträger werden im Niederdruckkokillengussverfahren hergestellt, das sich durch turbulenzarme Befüllung der Gussform auszeichnet. Hierbei wird das erforderliche feinkörnige und porenarme Gefüge erreicht, um das Gussteil wärmebehandeln und verschweißen zu können. Durch Einlegen eines massiven Sandkernes wird die Hohlstruktur im Gussstück gebildet. Bei der Wärmebehandlung werden durch Luftabschreckung der Verzug minimiert und die geforderten mechanischen Eigenschaften erreicht. So können Zugfestigkeiten von min. 210 MPa, Streckgrenzen von min. 150 MPa bei einer Bruchdehnung von min. 12 % gemäß den Kundenanforderungen gewährleistet werden.

Nach der mechanischen Bearbeitung wird der Längsträger einer Oberflächenbehandlung durch Beizpassivierung unterzogen und anschließend durch das Einbringen von Gewindenieten komplettiert.

Im Daimler-Werk Bremen wird der Längsträger mit den weiteren Komponenten der Karosserie gefügt. Hierzu zählen auch Strangpressprofile von Martinrea Honsel aus Soest, die sich bei hoher Festigkeit ebenfalls durch eine sehr hohe Duktilität auszeichnen. Die jeweils drei Profile der Bodengruppen rechts und links sind aufgrund der geforderten Gewichtsvorgaben sehr dünnwandig ausgelegt. Bei der Wasserabschreckung – zur Einhaltung der mechanischen Werte – ist eine enge Prozessregelung notwendig, um die für das Reibrührschweißen erforderlichen Toleranzanforderungen zu erfüllen. Das relativ neue Verfahren Reibrührschweißen wird erstmalig für Mehrkammerprofile im Bereich des Karosseriebaus eingesetzt.

Die Längsträgerprofile, die Schweller, verbinden den Vorder- und Hinterwagen und befinden sich rechts und links im Außenbereich des Fahrzeuges. Aufgrund der hohen Sicherheitsvorgaben für den Front- und Seitenaufprall sind sie sehr komplex mit mehreren Kammern konstruiert, dabei aber so duktil, dass die Aufprallenergie bei einer seitlichen Intrusion aufgenommen werden kann. Alle Bauteile werden bearbeitet und mit der geforderten Oberflächenbehandlung an den Kunden geliefert.

Schlagworte: Guss, Aluminium, Automobilbau

http://www.martinrea-honsel.com

Quelle: Martinrea Honsel Germany GmbH, D-59872 Meschede

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