Adblocker als Index für verzögerte Einführung von Smart Home und Industrie 4.0

GISAD Studie löst Kommunikationsprobleme

Im Bereich der Onlinewerbung gibt es seit langer Zeit eine zunehmend chronische Kommunikationsstörung. Werbung ist vergleichbar mit einem ständig kreischenden Marktschreier, der als lästig empfunden wird. Stellt man sich Onlinewerbung als Kommunikation zwischen Menschen vor, dann schreien alle durcheinander und keiner kann und will dem anderen zuhören. Es geht um sehr viel Geld. Gemäß einer Statistik vom globalwebindex blockieren bereits 40% der deutschen Onliner ihre Werbung, Tendenz steigend. 2015 waren es noch 25%. Durch sogenannte Adblocker wurden bereits in 2015 allein im Bereich der Onlinewerbung 22 Milliarden US-Dollar Umsatz verhindert.

Dieser Index ist auf Smart Home und Industrie 4.0 übertragbar. Hier überwiegt teilweise noch die Neugier für neue Technik. Aber die Umsätze bleiben weit hinter den Erwartungen zurück. Entwickler müssen eine störungsfreie Kommunikation zwischen Menschen und Technik für deren Akzeptanz berücksichtigen.

Anhand des Vier-Seiten-Modells des Kommunikationspsychologen Friedmann Schulz von Thun analysiert eine GISAD Studie den technischen Kommunikationsprozess und stellt erhebliche Defizite fest. Ängste der Anwender, von intelligenten zentralen Systemen in Zukunft immer weiter kontrolliert zu werden, sind begründet. Entsprechend groß sind die Vorbehalte, diese Systeme in die Wohnung als letzten privaten Zufluchtsort zu lassen.

Derzeit beherrscht die Technik den Kommunikationsprozess und zwingt dem Menschen ihre Systematik auf. Wird ein typischer technischer Kommunikationsverlauf als Gespräch dargestellt, dann verläuft dieser etwa so:

App: „Ich muss dringend ein neues Update installieren!“

Nutzer: „Warum?“

App: „Vielen Dank, dass Sie sich für unser Produkt entschieden haben, bitte geben Sie uns folgende Berechtigungen frei“.

Das Vier-Seiten-Modell wurde von dem studierten Sprachheilpädagogen und Datensicherheitsspezialisten Olaf Berberich für eine Kommunikation mit den Maschinen und sogar zwischen den Maschinen (M2M Kommunikation) weiterentwickelt. Bereits seit über 15 Jahren beschäftigt er sich mit einem auf den menschlichen Bedürfnissen basierenden Konzept eines Trusted WEB 4.0. Kommunikationsstörungen mit Technik und zukünftig immer mehr mit Maschinen bestehen insbesondere auf den Seiten der Selbstkundgabe und der Beziehungsebene.

Die Technik ist derzeit noch nicht in der Lage, situativ zum richtigen Zeitpunkt auf die Wünsche der Menschen zu reagieren. Menschen werden nur dann Vertrauen in die Kommunikation mit der digitalen Technik gewinnen, wenn sie jederzeit den Kommunikationsprozess mit und zwischen der Technik beherrschen. Dazu gehört die uneingeschränkte Verfügungsgewalt über die eigenen persönlichen Daten. Auch bei der Entwicklung von künstlicher Intelligenz ist zu beachten, dass diese den Menschen nicht dominieren darf.

Die GISAD Studie bleibt nicht bei allgemeinen Appellen, sondern erläutert die konkrete Umsetzung ihrer Erkenntnisse. Die Studie wurde in den Büchern „Trusted WEB 4.0 -Konzepte einer digitalen Gesellschaft“ und „Trusted WEB 4.0- Bauplan für die digitale Gesellschaft“ zu einem Gesamtkonzept weiterentwickelt. Unternehmen aus vielen Branchen sichern sich erhebliche Marktvorteile, wenn sie konsequent die Erfahrungen der Kommunikationspsychologie auf die Kommunikation mit der Technik übertragen.

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